Falafeln

Sprossen & Keimlinge

Ich hatte in den letzten Wochen endlich mal wieder Zeit zum lesen & bin nun, inspiriert durch die Lektüre, bissel in Experimentierlaune. Z. Zt. versuche ich, mehr Keimlinge in unserer Ernährung unterzubringen. Biogene Nahrung. Darüber hatte ich hier kürzlich was geschrieben. Meine Lust am Zubereiten ist allerdings mäßig & mein Appetit auf Zubereitetes gering wie immer … glücklicherweise lassen sich Sprossen ja auch einfach so essen – als Beilage zu Obst oder Gemüse, oder auch mal als Wrap in großen grünen Blätter (Löwenzahn z. B., da haben die Blätter jetzt fast schon „Familienpackungs“-Größe).

Lesetipp: Die Sonnendiät

Das erste Buch zum Thema, das ich 2006, mit dem Beginn der Rohkosternährung, gelesen habe, ist bis heute eines meiner Lieblingsbücher zur Rohkost. Es ist sehr gut geeignet für den Einstieg; ich finde aber auch nach mehreren Jahren eigener Rohkost-Erfahrung immer mal wieder interessante Aspekte für mich darin. Die Rede ist von Die Sonnen-Diät.

David Wolfe beschreibt darin den Weg zu optimaler Gesundheit – ganzheitlich: Kern des Buches ist zwar die Sonnendiät, also die rohköstliche Ernährung; er geht aber auch auf all die anderen, ebenso wichtigen Aspekte zur Erlangung von Gesundheit (Lebenseinstellung, Sonne, Atmung, körperliches Training usw) ein & betont, dass letztlich die Ernährung Mittel zum Zweck ist: „Sei so sehr beschäftigt mit dem Erreichen deiner Ziele, dass du gar keine Zeit hast, ans Essen zu denken.“

Woher bekommst du dein Protein?

Kennt ihr sie auch, die besorgten Fragen, wenn jemand von eurer roh-veganen Ernährungsweise erfährt? Angefangen bei „Aber was isst du bloß, wovon wirst du satt, nur roh – reicht das denn?“ (mögliche Antworten darauf spare ich mir an dieser Stelle mal … obwohl eine Sammlung der schönsten Antworten auf derartige Fragen ja auch mal lustig wäre. Schickt mir doch mal eure Lieblingsantworten!) bis hin zu gezielten Fragen nach bestimmten Nährstoffen. Sehr beliebt ist da „Aber woher bekommst du genug Protein?“.

Microgreens

Roh – warum eigentlich?

Aus dem „Friedensevangelium der Essener“: „Tötet weder Mensch noch Tier, noch die Nahrung, die euer Mund aufnimmt. Denn wenn ihr lebendige Nahrung eßt, wird sie euch beleben, aber wenn ihr eure Nahrung tötet, wird euch die tote Nahrung ebenfalls töten. Denn Leben kommt nur von Leben, und vom Tod kommt immer nur Tod. Denn alles, was eure Nahrung tötet, tötet auch euren Körper. Und alles, was eure Körper tötet, tötet auch eure Seelen. … Eßt darum nichts, was Feuer oder Frost oder Wasser zerstört hat. Denn gekochte, erfrorene und verfaulte Nahrung wird euren Körper ebenso verbrennen, erfrieren und verfaulen lassen.“

Alle unsere Lebensprozesse hängen von Enzymfunktionen ab. Nach Dr. Howell entspricht die Menge von Enzymen in unserem System unserer Lebensenergie & zeigt somit unseren Gesundheitszustand. Rohe, naturbelassene Lebensmittel enthalten eine Fülle der Enzyme, die für ihre Verdauung notwendig sind. Beim Kochen werden diese Enzyme zerstört. Beim Essen roher Nahrung werden also weniger unserer körpereigenen Enzyme für die Verdauung benötigt & stehen unserem Körper daher für andere Prozesse zur Verfügung. Beispielsweise zur Heilung von Verletzungen oder Krankheiten. Außerdem erhalten wir so eine ständige Zufuhr von Enzymen in unser System & steigern unsere Enzymenergie.

Köstliche Fülle

Figur, Gewicht, Bedarf

Mit Rohkost, urköstlich praktiziert, erreicht jedeR ihr/sein Idealgewicht!

„Ideal“ meint hier nicht irgendwelche fremdbestimmten Ideale wie Modelmaße oder dergleichen, sondern das dem eigenen Körper zugehörige, angemessene Gewicht. Das, welches wir vermutlich hätten, hätten wir uns von Geburt an natürlich ernährt. Denn auch bei Rohkost-Kindern ist deutlich erkennbar, wie die (ererbte) Veranlagung den Körperbau prägt. Zwar kenne ich definitiv keine übergewichtigen Rohkost-Kinder und auch keine, die bei richtig praktizierter Rohkosternährung unterernährt sind, aber die Spannbreite reicht durchaus von sehr zarten, schmalen Körpern bis hin zu kompakteren, kräftigen. Bei weitem nicht jedes Rohkostkind ist dünn!

Ebenso verlieren manche Erwachsene bei der Umstellung auf Rohkost Gewicht, während andere, vorher vielleicht untergewichtige, zulegen.

Lichte Nahrung

Ein anderes Ernährungsparadigma

In seinem Buch „Ganzheitliche Ernährung und ihre spirituelle Dimension“ beschreibt Gabriel Cousens eine ganz andere Sichtweise auf unseren Stoffwechsel als den herkömmlichen materialistischen Ansatz, der Nahrungsenergie in Kalorien misst; Nahrungsmittel in Proteine, Fette, Kohlehydrate, Vitalstoffe aufsplittet. Sie als rein materielle Substanz betrachtet & vom „Gesetz der Erhaltung von Materie und Energie“ ausgeht; also davon, dass soviel Energie (Kalorien) wie verbraucht wird, auch zugeführt werden muss.

Essen, „Nahrungsaufnahme, stellt eine Schnittstelle zwischen uns und unserer physischen Umgebung dar. Die Assimilation von Nahrung ist eine unserer Möglichkeiten, Energie aus der Umgebung aufzunehmen.“

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Gesund 100 Jahre alt werden

In Zeiten, in denen so viele Menschen das Vertrauen in ihre natürliche Gesundheit verloren zu haben scheinen, tut es gut, sich immer mal wieder daran zu erinnern, welche Faktoren wirklich entscheidend sind für eine gute Gesundheit.

In dem Buch „The Blue Zones“ von Dan Buettner geht es um Forschungen in verschiedenen Gebieten auf der Welt, in denen ungewöhnlich viele Über-100jährige leben. Teilweise ist in diesen Gebieten aufgrund veränderter Lebensumstände der Gesundheitszustand jüngerer Menschen deutlich schlechter, aber erforscht wurden eben die Gewohnheiten der bei guter Gesundheit so alt gewordenen Menschen, die diese seit ihrer Jugend beibehalten haben.

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Sparsame Rohkost

Auf den ersten Blick mag eine rohköstliche Ernährung sehr teuer erscheinen. Frisch aus den Tropen eingeflogene Ananas oder Mango für über 8 EUR/kg, oder Mandelmus in Rohkostqualität: fast 14 EUR für nicht mal ein halbes Pfund. Da kommen dann schnell Argumente wie „diese Ernährungsform ist nur für Reiche; ich kann mir das nicht leisten.“ Aber lasst euch nicht abschrecken – es geht auch anders!

Zunächst mal ist es eine Frage des Blickwinkels: Vergleiche nicht die Menge auf deinem Teller, die du für dasselbe Geld bekommst. Sondern den Nährwert, die Lebenskraft, die dein Körper durch die Nahrung erhält. Auch wenn es für manche schwer zu verstehen sein mag, wieso es für den Preis eines Happy Meal nur 3 Bio-Äpfel oder 1 Mango gibt: Mit frischen, rohen Früchten kaufst du dir Nahrung, die dich weder verschlackt noch dick macht oder Hautprobleme verursacht. Von vorzeitiger Alterung und degenerativen Erkrankungen ganz zu schweigen. Im Gegenteil – du nährst deinen Körper tatsächlich. Gibst ihm Kraft & Energie & hilfst ihm, die – vergangenen & gegenwärtigen – Belastungen durch Schadstoffe, Stress und anderes, in unserem naturfernen Umfeld Unvermeidliches, zu bewältigen. Das ist unbezahlbar!

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Rohkost für kleine & große Menschen

Immer mal wieder höre ich die Frage, ob & wie Kinder sich mit Rohkost ausreichend & bedarfsdeckend ernähren können. Ich bin fest davon überzeugt, dass eine 100% rohe, vegane Ernährung für Menschen jeden Alters, in jedem Lebensabschnitt, die optimale Ernährung ist! Eben weil es unsere artgerechte Ernährungsweise ist. In meiner Familie und unserem Umfeld habe ich viele Kinder mit einer rohköstlichen Ernährung aufwachsen und gedeihen sehen – und sie waren, im Gegensatz zu ihren Altersgenossen, so gut wie nie krank.

Gerade kleine Kinder spüren auch noch selbst sehr gut, was ihnen gut tut – haben sie die Wahl, entscheiden sie sich beim Essen ohnehin für frisches, rohes Obst oder Gemüse. So ziemlich jedes Baby/Kleinkind, das mit gekochter Nahrung „zugefüttert“ wird, lehnt diese ja auch erstmal ab. Am besten sollten Babys & Kleinkinder so lange Muttermilch trinken dürfen, wie sie mögen. Und parallel dazu aus einem guten Sortiment frischer, roher Nahrung auswählen dürfen, ob & was sie außerdem essen möchten.

Wichtig ist dabei – natürlich auch für größere Menschen – dass es genug zur Auswahl gibt. Meiner Erfahrung nach setzt sich die optimale Ernährung, mit der auch Kinder bestens gedeihen, aus folgenden Nahrungsmitteln zusammen:

  • Vollreife, sonnengereifte, unbehandelte/chemiefreie Früchte. Bevorzugt tropische Früchte wie Mangos, Papayas, Durian, Kokosnüsse … Besonders gut sind wilde oder möglichst wenig gezüchtete Früchte. Achtet im Sommer & Herbst außerdem besonders auf regionale, saisonale Angebote: Beeren, Kirschen, Zwetschgen, Äpfel; am besten frisch gepflückt.
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Freies Obst für freie Bürger

Unter www.mundraub.org/ findet sich eine freie Obstbörse – eine Karte mit frei nutzbarem Obst, das jedeR ernten kann. In die Karte können auch eigene Fundstellen eingetragen werden.

Auf Grundlage dieser Karte lassen sich z. B. hervorragend (rohköstliche) Wanderungen oder Radtouren im Sommer/Herbst planen. Die Idee der InitiatorInnen der Site: Nachhaltiges Handeln greifbar machen, nach dem Motto: Nehmen – Geben – Weltverbessern. So kann die Nutzung solcher lokalen Ressourcen dazu beitragen, den CO2-Fußabdruck nachhaltig zu verringern. Und wer seine „Pflaumenallee“ oder „Apfelwiese“ erst einmal kennen- & liebengelernt hat, wird auch dazu beitragen wollen, sie zu erhalten. Schließlich könnte über die Obstfülle auch die Stadt- & Landbevölkerung, Alt und Jung, wieder mehr in Kontakt gebracht werden.

Es dauert jetzt zwar noch ein paar Monate, bevor ich die Karte wirklich nutzen kann, aber ich freu mich schon sehr darauf :).