Die optimale Ernährung

Auch wenn wir uns in unserem Lebensstil oft weit von ihr entfernt haben … wir sind natürliche Wesen, genau wie alle anderen Tiere. Unser Körper weiss genau, was er braucht & was nicht. Wenn wir auf ihn hören, seine Signale ernst nehmen, zeigt er uns, was ihm gut tut & was nicht. Was er braucht, ob er genug bekommt, ob ihm etwas fehlt.

Kein Tier käme auf die Idee, seine Nahrung vor dem Verzehr zu wiegen, Kalorien nachzuschlagen oder vor dem Essen zu überlegen, ob denn in den Früchten auch ausreichend Vitamine drin sind & es daher empfehlenswert ist, sie zu essen. Trotzdem ernähren sich Tiere, die frei in ihrem natürlichen Lebensraum leben, absolut ausgewogen – ihr Instinkt zeigt ihnen, was die für sie richtige Nahrung ist & wieviel sie davon brauchen.

Nun gut, wir leben halt nicht in einem „natürlichen Lebensraum“ & sind umgeben von allen möglichen sogenannten Lebensmitteln, die mit Natur & Bedarf absolut nichts zu tun haben. Hier den Kopf zwischenzuschalten & zu erkennen, welche Nahrungsmittel denn zu unserem natürlichen Spektrum gehören, macht daher sicher Sinn. Von da an jedoch sollten wir die Regie wieder an unseren Körper zurückgeben. Statt sie an andere Menschen, medizinische Empfehlungen, wissenschaftliche Erkenntnisse abzugeben.

Ernährungswissenschaftler, Mediziner & andere analysieren & messen unsere Nahrungsmittel & unsere Körper, finden dabei etliche definierbare Bestandteile unserer Nahrung (Vitamine, Mineralstoffe usw) & entwickeln Theorien darüber, wieviel wovon unser Körper genau braucht, um optimal funktionieren zu können. Sicher sind manche dieser Erkenntnisse dem Menschen in seinem naturfernen Leben hilfreich … wie z. B. das Wissen um den Bedarf an Vitamin C, ohne dessen Deckung, also ohne ausreichend frische pflanzliche Nahrung, beispielsweise Seefahrer in früheren Zeiten an Skorbut erkrankt sind.

Ob es jedoch Sinn macht, sich eine „optimale“ Ernährung auf Basis von Laborwerten zusammenzurechnen & sich nur sicher & gut genährt zu fühlen, wenn alle wissenschaftlichen Anforderungen erfüllt sind??? Unsere natürliche Nahrung – Früchte & grüne Blätter – ist soviel mehr als die Summe ihrer messbaren Bestandteile!

Wenn an Empfehlungen, Vorgaben orientieren – an welchen dann? Wer definiert die Werte? Warum unterscheiden sie sich von Land zu Land? Der definierte Bedarf an manchen Vitalstoffen ist gleichzeitig abhängig von dem, was du isst. Als Veganer oder Rohköstler brauchst du von manchem weniger als ein Kochköstler/Fleischesser. Dein eigener Bedarf variiert, je nach Lebenssituation. In stressigen Lebenslagen braucht dein Körper höhere Mengen mancher Vitalstoffe. Je besser dein Körper die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe assimilieren kann, desto weniger davon (sowohl von der Nahrung an sich als auch von den definierten Vitalstoffen) musst du aufnehmen. Je länger du dich natürlich ernährst, umso besser wird diese Fähigkeit deines Körpers – und um so weniger Nahrung braucht er daher im Laufe der Jahre. Diese Beobachtung haben schon viele langjährige RohköstlerInnen gemacht.

Eine optimale Ernährung für jeden Menschen – die lässt sich meiner Meinung nach zwar eingrenzen: ich glaube, sie sollte vegan, roh, so frisch wie möglich, frei von chemischer Behandlung, naturbelassen = unverarbeitet sein. Eher fettarm. Und ungemischt. Alles andere – was genau in welchen Mengen – ist abhängig von so vielen Faktoren, dass jedeR es für sich selbst herausfinden muss. Und es sich je nach Lebenssituation auch immer mal wieder ändern kann.

Unter Berücksichtigung jahrelanger körperlicher, emotionaler & sozialer Prägungen durch eine unnatürliche Ernährungsweise gibt es auf dem Weg zu einer derartigen (natürlichen!) Ernährung viele mögliche Stufen, die meistens schon so viel besser, gesundheitsförderlicher, sind als die vorhergehenden Gewohnheiten, dass sie uns jeweils optimal erscheinen. Und häufig auch die Basis liefern, um uns unsere sich weiterentwickelnden Bedürfnisse hin zu einer noch besseren Ernährung deutlich zu machen. Wer weiss, wohin mein Weg mich noch führt & welche Steigerungen meiner Optimal-Vorstellungen noch kommen mögen 🙂

Vertraue dir selbst!

Iss was dir schmeckt!

Die Natur hat es so eingerichtet, dass alles Grundlegende, was unserem Überleben & dem Arterhalt dient, uns Vergnügen bereitet – ein Kind zeugen, ein Baby stillen … auch Essen sollte immer eine angenehme, vergnügliche Erfahrung sein! Niemand sollte etwas essen müssen, was ihr/ihm nicht schmeckt.

Die Natur ist 100% verlässlich & vertrauenswürdig. Unser Geschmackssinn ist ein Wächter unseres Körpers, den du niemals ignorieren solltest. Wenn dir etwas nicht schmeckt, will dein Körper es nicht haben & du solltest darauf hören. (Achtung, der verlässliche Umkehrschluss gilt nur für absolut natürliche, naturbelassene Nahrung & ist schon bei verarbeiteten rohen Nahrungsmitteln mit Vorsicht zu genießen!!!). Es macht jedoch durchaus Sinn, Dinge (wie z. B. Grünzeug) in Abständen mal wieder zu probieren, denn der Bedarf deines Körpers ändert sich immer wieder.

Zu hören, was andere essen & für sich selbst als richtig & wichtig erkannt haben, kann Denkanstöße liefern, hat aber nichts mit deinem eigenen Bedarf zu tun. Wenn dir Bananen nicht schmecken, warum solltest du sie essen? Wenn dir Löwenzahn nicht schmeckt, lass ihn stehen.

Ich habe lange geglaubt, wir müssten unbedingt & immer viel Grünzeug, viele Wildkräuter, essen um gesund zu bleiben – denn mein Körper hat seit Jahren sehr danach verlangt. Deswegen habe ich sie auch der Tochter, teilweise versteckt, in ihr Essen gemixt. Das hat gut funktioniert – solange sie das Grünzeug tatsächlich brauchte. Denn auch, wenn z. B. in einer Schoko-Bananencreme die Brennessel nicht mehr zu sehen ist, so ist sie schon zu schmecken. Zumindest für den feinen Geschmackssinn einer langjährigen (in diesem Fall sogar lebenslangen) Rohköstlerin. Hat sie gerade keinen Bedarf, dann mag sie auch die „grünen“ Cremes & Smoothies nicht. Hat sie welchen, isst sie die Wildkräuter ebensogern pur! Und ich bin sicher, solange sie bei der natürlichen Ernährung bleibt, wird ihr Körper ihr, ein entsprechendes Angebot vorausgesetzt, immer signalisieren, was sie braucht um im Gleichgewicht zu bleiben.

Ich halte Wildkräuter als Bestandteil einer vitalstoffbedarfsdeckenden Ernährung nach wie vor für wichtig … in dem Maße, wie jedeR sie halt gerade braucht. In Deutschland habe ich wirklich rund ums Jahr riesige Mengen an Wildkräutern gegessen. Im Freundeskreis wurde ich mitunter schon mit einem Gorilla verglichen, weil ich bei Aufenthalten draußen im Grünen tatsächlich die ganze Zeit grüne Blätter gepflückt & gegessen habe. Momentan ist das ganz anders, & es liegt nicht nur am viel geringeren Angebot hier. Ich habe auch viel weniger Appetit auf Wildkräuter; offenbar ist mein Bedarf momentan geringer. Möglicherweise aufgrund der besseren Versorgung mit Sonne & Früchten. Gerade denen unter euch, bei denen Wildkräuter noch nicht selbstverständlich zum Speiseplan gehören (in welchem Ausmaß auch immer), möchte ich dennoch ans Herz legen, nicht nur nach dem Augenschein zu entscheiden, sondern, wie oben schon gesagt, immer mal wieder zu probieren.

Nutze alle deine Sinne für die Nahrungsauswahl – & verlass dich besser auf deinen Geschmackssinn als auf irgendwelche Tabellen & Vorschriften. Selbst mit all den modernen „wissenschaftlichen“ Erkenntnissen gibt es keinen Ersatz für das uns von der Natur gegebene System zur Nahrungsauswahl. Erlaube deinen Geschmacksknospen, ihre faszinierende Aufgabe zu erfüllen, und wenn sie sagen „Nein, danke“, höre auf sie!

Was du isst, verändert die Welt!

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, welchen Einfluss deine Nahrungsauswahl auf die Mitwelt hat? Vegane Rohkost, Früchte, zu essen, ist nicht nur besser für dein Karma & dein Gewissen, sondern hat auch ganz reale positive Konsequenzen für den Erhalt unserer Welt. Genau wie alles, was auf deinem Teller landet, nicht nur eine Bedeutung für dich & deine Gesundheit sondern vor allem auch für die Gesundheit unseres Planeten & damit aller seiner Lebewesen hat.

Paradiesische Nahrung … in der Realität

Früchte, wilde, ursprüngliche, können uns, das glaube ich zumindest, auch wenn ich es leider noch nicht selbst ausprobieren konnte, vollständig nähren. Die den meisten von uns zur Verfügung stehenden Früchte jedoch sind das Produkt von Kulturpflanzen, überzüchtet, ohne unsere Hilfe nicht überlebensfähig. Uns ausschließlich von solchen Früchten zu ernähren … kann das funktionieren?

Ich glaube nicht. Nicht langfristig. Nicht ohne Ausgleich. Viele überzüchtete Früchte, durcheinander, bringen den Körper aus dem Gleichgewicht, überlasten ihn. Bringen ihn in ein Ungleichgewicht zu Ungunsten der Mineralstoffe. Daher der Effekt, mit Unmengen von Früchten dennoch nicht satt zu werden. Denn unser Gehirn signalisiert „satt“, wenn es alles hat, was es braucht. Alle Mineralstoffe.

Brigitte hat es vor einiger Zeit in ihrem Blog geschrieben: dass …

… die Kulturpflanzen überzüchtet sind und dass sie ohne die Hilfe der Chemie nicht mehr lebensfähig wären

Quelle

Früchte, die selbst nur bedingt überlebensfähig sind, können uns nicht vollständig nähren! Darum brauchen wir die Wildkräuter dazu!

Ich glaube, die in unserer paradiesfernen Umgebung am besten funktionierende paradiesische Ernährung sieht so aus: einen möglichst hohen Anteil an ursprünglichen, wilden Früchten essen. Gezüchtete Früchte nur in Maßen & unbedingt durch Wildkräuter ergänzen! Mono essen, am besten pro Tag nur eine Fruchtsorte. Weniger essen – nicht hungern, aber eben nur so viel wie nötig, um den Körper zu nähren. Öfter mal fasten zur Entlastung könnte auch helfen – damit hab ich nicht so viel Erfahrung bisher.

Probiert es aus … so wie ich, immer wieder :), und findet das für euch in eurem Leben am besten funktionierende heraus!