kornelkirsche

Natürliche Nahrungsbeschaffung: Sammeln

Lange vor dem Handel haben wir Menschen unsere Nahrung gesammelt. Je nach Gegend & nach Jahreszeit findest du auch heute noch die unterschiedlichsten essbaren Pflanzen. Früchte, Blätter, Wurzeln … frisch & for free. Noch immer fasziniert & voller Dankbarkeit für die Fülle an Nahrung, die ich momentan finde, folge ich derzeit meinen Instinkten & sammle einen Großteil meiner Nahrung. Schau, was ich dieser Tage so alles draußen finde – wildwachsend, frei zum Pflücken für jedeN, oder als Fallobst an Grundstücksgrenzen – was auf öffentliche Wege fällt, darf eingesammelt werden: Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Nüsse, Hagebutten, Eibenbeeren*, Holunderbeeren, Kornelkirschen, Wildkräuter, Weißdorn, …

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Gesammelt - alles von "freien" Bäumen/Büschen

Gesammelt – alles von „freien“ Bäumen/Büschen

* Vorsicht: Eibenbeeren sind essbar, ihre Kerne jedoch hochgiftig, also bitte vorsichtig essen & den Kern nicht zerbeißen! Auch Nadeln und Rinde dieser Pflanze sind giftig.

Wie wäre es mit einem Spaziergang in deiner Umgebung – schau doch mal, was du alles finden kannst!

Wilde Früchte, Wildfrüchte, Hunger

Um es gleich vorab klarzustellen: mit Rohkost bist du meiner Meinung nach auf jeden Fall schon mal auf dem richtigen Weg; rohe Früchte & Gemüse, egal welche, sind gewiss wertvoller für die Ernährung als gekochtes Essen. Dass es dennoch meiner Erfahrung nach nicht egal ist, wie sich die rohköstliche Nahrung zusammensetzt, darüber habe ich schon öfter, zuletzt vor ein paar Tagen hier geschrieben. Insbesondere was Früchte betrifft. Da ich mit meiner Beschreibung der wilden Früchte, Wildfrüchte, gezüchteten Früchte & meinen diesbezüglichen Empfehlungen scheinbar einige verunsichert habe, heute noch mal ein Versuch der Klärung.

Als erstes: esst Früchte, aus einem möglichst großen Angebot, welche & soviel ihr wollt. Das heisst, die Sorten & Mengen, mit denen es euch gut geht! Ich kann es nicht oft genug sagen: jedeR von euch hat ihren/seinen eigenen Körper, ist selbst verantwortlich für sich & muss selber feststellen, was gut tut & was nicht! Ich teile hier nur meine Erfahrungen & Ideen – vielleicht hilft euch ja manches davon weiter, auch wenn höchstwahrscheinlich nicht alles mit euren eigenen Erfahrungen übereinstimmt!

Also, Früchte: es gibt Wildfrüchte. Wilde (ursprüngliche) Früchte, auch aus Anbau. Und mehr oder weniger stark gezüchtete Früchte.

  • Wilde Früchte, also solche die wirklich wild wachsen, haben die meisten von uns höchstens gelegentlich & in kleinen Mengen in ihrer Umgebung. Insbesondere in den nördlichen Ländern wächst im Winter viele Monate lang kaum etwas. Was vermutlich die meisten, selbst Großstädter oder im Gebirge Ansässige kennen & im Spätsommer finden dürften, sind Brombeeren.
  • Wildfrüchte, ursprüngliche Früchte, geschaffen von der Natur, gab es schon vor den Menschen bzw haben sich unabhängig von ihm entwickelt. Sie können natürlich trotzdem vom Menschen absichtlich weiter angebaut werden, würden jedoch auch ohne menschliche Pflege weiterexistieren. Wiederum das Beispiel der Brombeeren. Solche Pflanzen können „veredelt“ werden, damit sie z. B. produktiver werden. Und weiter gezüchtet werden, um möglichst schöne, süße, große … Früchte zu erhalten. Der Unterschied ist z. B. gut bei Heidelbeeren zu erkennen. Die wilden sind viel kleiner & längst nicht so süß wie manche der Zuchtsorten. Wobei selbst die letzteren im Vergleich zu den üblichen im Handel erhältlichen Äpfeln noch viel näher an ihren Ursprüngen sind. Mal ehrlich, habt ihr mal Früchte von einem wildwachsenden oder wenigstens seit Jahren verwilderten alten Apfelbaum gegessen? Und gemocht? Die Äpfel sind viel kleiner, verwachsener, oft holziger, vor allem viel weniger süß. Das, was im Bioladen (und erst recht im Supermarkt) herumliegt & aussieht wie Äpfel – da ist wahrhaftig nicht mehr viel drin.
  • Womit wir bei den (mehr oder weniger stark) gezüchteten Früchten sind: je mehr in die Natur eingegriffen wird, desto weniger widerstandsfähig werden die Pflanzen. Das natürliche Gleichgewicht der Frucht gerät durcheinander – sie neigen zu Krankheiten, Schädlingsbefall etc. Und nähren uns deswegen logischerweise nicht mehr so perfekt wie ihre von der Natur geschaffenen, ursprünglichen Versionen. Gezüchtet wird auf das hin, was sich gut verkauft: einen süßen Geschmack, eine leicht zu essende Konsistenz (wenig Fasern), wenig Schale & Kern, viel Fruchtfleisch, große Früchte. Das geht zu Lasten der Nährstoffe, der Mineraliengehalt nimmt ab, sinnvolle natürliche Eigenschaften, die uns z. B. erkennen lassen, wann wir genug gegessen haben, verschwinden.

    Nun sind natürlich nicht alle im Handel erhältlichen Früchte gleichermaßen überzüchtet. Am wenigstens dem Wohlbefinden dienlich sind wohl die kernlos gezüchteten Hybridfrüchte. Einige der (relativ) ursprünglichen Früchte, die ihr im Handel bekommt, habe ich ja neulich schon mal aufgelistet (wobei diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt!). Mögliche Hinweise bei der Einschätzung der Ursprünglichkeit solcher Früchte aus dem Laden oder vom Versender liefert ein Blick auf die Frucht & ein Vergleich mit den oben genannten Zuchtzielen: Geschmack, Form, Größe, Verhältnis Kerne/Schale/Fruchtfleisch usw.

Ach ja: dies hier heisst nicht, dass ihr keine Äpfel (Bananen, Mangos … usw) mehr essen solltet. Oder gar hungern sollt, wenn ihr keine Wildfrüchte in eurer Umgebung findet. Esst Wildfrüchte, wenn ihr sie findet. Kauft wilde Früchte, wenn es euch möglich ist. Ansonsten: esst was ihr bekommen könnt & mögt & gleicht ein eventuelles Ungleichgewicht mit Grünzeug, Wildkräutern, aus, falls ihr auch das Gefühl habt, dass sonst etwas fehlt.