Richte dein Essen liebevoll an - auch Auge und Seele wollen genährt werden.

Lebendige Nahrung im Wachstum

Als Roh-VeganerIn kennst du sicher die Frage, was um Himmels willen du denn bloss essen kannst. Viele sind beim Nachdenken über die zur Verfügung stehende Nahrungsauswahl mit Blick auf die Kochkostküche eher auf den gefühlten „Mangel“ fokussiert … was nämlich alles NICHT zur Rohkost dazu gehört. Wir wissen es besser 🙂 … die zur Verfügung stehende Nahrungspalette in der veganen Rohkost ist schier unendlich groß!

Dazu gehören

  • alle essbaren Früchte dieser Erde … von denen ich in meinem Leben, selbst nach neun Jahren als Rohköstlerin, bei weitem noch nicht alle durchprobiert habe … und unter denen es sooo viele Köstlichkeiten gibt, dass ich mich niemals entscheiden könnte, welche ich denn am Allerliebsten mag.
  • alle essbaren Wildkräuter, Baumblätter, Gräser, Wurzeln, Blüten, Algen usw.
  • Unmengen unterschiedlicher Kulturgemüse: Wurzelgemüse, Knollengemüse, Salate, Blattgemüse, Gemüsefrüchte, viele Hülsenfrüchte, …
  • Nüsse, Samen, Kerne
  • Sprossen & Keimlinge, ganz einfach selbst zu ziehen aus Kernen, Samen und Hülsenfrüchten

Um letztere geht es hier heute: Sprossen und Keimlinge. Sie sind der Beginn neuen Lebens, der Anfang einer neuen Pflanze, voller Lebenskraft und Wachstumsenergie. Sie sind vitaler als jede ausgewachsene Pflanze & besitzen die Fähigkeit, den menschlichen Organismus zu regenerieren & zu revitalisieren. Biogene Nahrungsmittel(*1) sind in der Lage, einen völlig neuen Organismus hervorzubringen. Diese Lebenskraft wird auf den Menschen übertragen & hilft bei Heilungs- und Regenerationsprozessen.

Praktische Vorteile bieten sie außerdem: du kannst jederzeit, unabhängig vom Klima, dein eigenes Grünfutter ziehen. Samen, Kerne & Hülsenfrüchte sind preisgünstig und gut zu lagern.

Besonders bei Kindern sind Sprossen häufig sehr beliebt – vielleicht, weil auch sie im Wachstum sind und daher die hochgradige Energie der Keimlinge gut gebrauchen können. Keimen kannst du, wie schon gesagt, Kerne, Samen und Hülsenfrüchte. Aufgrund der Vorlieben der Tochter (ich mache mir nicht viel aus Sprossen) gibt es bei uns meistens Linsen (verschiedene Sorten, wie z. B. DuPuy, rote Linsen, unterschiedliche braune Linsen aus Lanzarote und Fuerteventura, … ), Kichererbsen, Adzukibohnen, Erbsen oder Sonnenblumenkerne. Was du sonst noch keimen kannst: Mungobohnen, Nüsse, Leinsamen, Kürbiskerne, Mandeln, Sesam … und natürlich all die als Grünsprossen angebotenen Keimsprossen wie Alfalfa, Brokkoli, Rettich, Radieschen etc. und auch Getreide wie Weizen, Gerste, Dinkel usw. … (Die aus dem Getreide wachsenden Gräser enthalten übrigens kein Gluten.).

Du kannst die Sprossen einfach so essen, sie lassen sich gut zu Avocado, Gemüsen oder Salaten kombinieren. Oder du vermixt sie zu Hummus (Kichererbsen), Patés (Kerne) oder bereitest Samenkäse oder rohe Falafeln daraus zu.

Bei uns sieht das z. B. so aus:

Richte dein Essen liebevoll an - auch Auge und Seele wollen genährt werden.

Richte dein Essen liebevoll an – auch Auge und Seele wollen genährt werden.

Linsensprossen mit Avocado, Stangensellerie und Tomate

Linsensprossen mit Avocado, Stangensellerie und Tomate

*1 Hier liest du mehr über lebendige Nahrung und die besondere Energie von gekeimter Nahrung.

Linsensprossen zu Papaya

Linsensprossen

Gekeimte Kerne, Samen oder Hülsenfrüchte sind in vielerlei Hinsicht ein wertvoller Bestandteil einer rohköstlichen Ernährung. Sprossen & Keimlinge sind der Beginn einer neuen Pflanze & sie stecken voller Lebenskraft. Nach Dr. Székelys Einteilung der Nahrungsmittel sind es sogar die wertvollsten aller Nahrungsmittel: biogene Nahrungsmittel. Sie sind hochgradig lebens- und energiespendend & besitzen die Fähigkeit, den menschlichen Organismus zu regenerieren & zu revitalisieren. Biogene Nahrungsmittel sind in der Lage, einen völlig neuen Organismus hervorzubringen. Diese Lebenskraft wird auf den Menschen übertragen & hilft bei Heilungs- und Regenerationsprozessen.

Kerne und Samen werden durch das Keimen besser verdaulich, getrocknete Hülsenfrüchte lassen sich in dieser Form auch roh essen. Da Kerne, Samen und Hülsenfrüchte sich im Gegensatz zu Frischkost gut länger aufbewahren lassen, kannst du so immer für einen kleinen Vorrat im Küchenschrank sorgen, auf den du im Bedarfsfall zurückgreifen kannst. Zudem sind Sprossen eine relativ kostengünstige Möglichkeit, satt zu werden.

Sprossen & Keimlinge kannst du ganz einfach in deiner Küche ziehen & wenn du sie so lange keimen lässt, bis sie grüne Blättchen entwickeln, helfen sie dir im Winter sogar über die wildkräuterlose Zeit. Zum Keimen werden diverse verschiedene Behältnisse angeboten; du kannst Nussmilchbeutel verwenden, Keimgläser oder Keimschüsseln, aus Glas, Kunststoff oder Ton, oder gar einen Sprossengarten.

Es geht aber auch ganz schlicht – ich verwende momentan einfach ein großes Schraubglas, über dessen Öffnung ich ein zusammengefaltetes Stück dünnen Stoffs mit einem Gummiband befestige und das Glas dann kopfüber, leicht schräg hinstelle – mit dem Deckel als Unterlage, damit es schräg steht und die überschüssige Flüssigkeit ablaufen kann.

Keimen kannst du z. B. Linsen, Mungobohnen, Erbsen, Kichererbsen, Sonnenblumenkerne, Alfalfa, Lein, Sesam, Hanf, Mandeln, Kürbiskerne … Du kannst die Keime dann einfach so essen, pur oder mit Früchten oder Gemüsen kombiniert, oder sie weiterverarbeiten, z. B. zu Samenkäse oder Falafeln.

Ich selbst mache mir aus Sprossen eher wenig, die Tochter jedoch liebt sie sehr. Am liebsten sind ihr Linsensprossen, die sie z. B. so isst:

  • Zum Frühstück, zu Kiwi oder Papaya.
  • Als Nascherei zwischendurch, zusammen mit Rosinen oder einfach pur.
  • Zusammen mit Avocado in ein Eisbergsalatblatt gewickelt.
Linsensprossen zu Papaya

Linsensprossen zu Papaya

Sprossen & Keimlinge

Ich hatte in den letzten Wochen endlich mal wieder Zeit zum lesen & bin nun, inspiriert durch die Lektüre, bissel in Experimentierlaune. Z. Zt. versuche ich, mehr Keimlinge in unserer Ernährung unterzubringen. Biogene Nahrung. Darüber hatte ich hier kürzlich was geschrieben. Meine Lust am Zubereiten ist allerdings mäßig & mein Appetit auf Zubereitetes gering wie immer … glücklicherweise lassen sich Sprossen ja auch einfach so essen – als Beilage zu Obst oder Gemüse, oder auch mal als Wrap in großen grünen Blätter (Löwenzahn z. B., da haben die Blätter jetzt fast schon „Familienpackungs“-Größe).

Der Abwechslung fürs Kind wegen bereite ich natürlich auch ab und zu etwas zu. Leckere biogene Gerichte aus den letzten Tagen waren z. B. der Erdbeer-Vanille-Shake (aus gekeimten Sonnenblumenkernen, Banane, Erdbeeren, Brennesseln & Vanille ), Brezeln, Bohnenkeimlinge in Tomatensauce und Mango-Lassi (aus gekeimten Mandeln). Bei meiner Tochter schon seit Jahr & Tag beliebt sind ohnehin würzige gekeimte & getrocknete Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne. Momentan habe ich Samenkäse „in Arbeit“: er reift gerade & ich bin sehr gespannt!

Ebenfalls schon lange bekannt & gemocht, aber des Aufwands wegen selten angeboten sind Falafeln – hier sehr schön in Szene gesetzt von Jademond. Wer sie mal probieren möchte:

Rohe Falafeln

(Nach einem Rezept von Nora)

  • 1 Tasse Kichererbsen, gekeimt
  • 1/2 Tasse Sonnenblumenkerne, gekeimt & leicht getrocknet
  • 1/2 Tasse Mandeln, gekeimt & leicht getrocknet
  • 1/4 Tasse Sesam
  • 1/4 Zwiebel
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1/4 Tasse Olivenöl
  • 1-2 Knoblauchzehen (nach Geschmack)
  • Curry (ich nehme Süsses)
  • etwas Petersilie (nach Geschmack)
  • 1 TL Nama Shoyu (ich nehme die rohe Hanf-Shoyusoße von powercorn)

Nüsse & Samen mahlen, Zwiebel fein hacken, Knoblauch auspressen, Petersilie fein hacken.
Alle Zutaten mischen. Kleine Bällchen formen.
Maximal 12 Stunden auf dem Trockner oder in der Sonne bei unter 40 Grad trocknen oder gleich so essen.