Wilde Malve

Wildkräuter

Grüne Frühlingsfülle – Alternative zu den noch fehlenden Früchten und zugleich perfekte Ergänzung zu (importierten) Früchten. Grünzeug, allem voran die Wildkräuter, ist pures Superfood. Das jetzt und die kommenden Monate allen kostenlos zur Verfügung steht. Die Natur hat genug für uns alle!

Über den Wert von Wildkräutern, wie du sie erkennen und bestimmen kannst, Ideen zur Verwendung in deiner Ernährung, und über (m)eine Rohkost im deutschen Frühjahr:

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Frühjahrsdetox. Z. B. mit Orangen-Aloe-Smoothie

Frühjahr. Die Jahreszeit zum Saubermachen. Reinigen. Entlasten. Den Garten, das Haus. Und den Körper.

Der nach den langen Wintermonaten, die in unserer reichen modernen Welt nicht von der winterlichen Kargheit der Natur sondern vielmehr eher von besonders üppiger Nahrung, kombiniert mit wenig Bewegung und wenig Sonne und frischer Luft, geprägt sind, tatsächlich Entlastung, Reinigung, gut gebrauchen kann.

Die Natur stellt dir nun alles zur Verfügung, was du dafür brauchst.

Wilder Rucola, Platterbsen, Malve, Fenchel

Perfekte, wunderschöne, opulente Natur: Wildkräuterwandern im Frühling

Wildkräuter, Wildpflanzen. Wertvolle Nahrung für uns Menschen, denn im Gegensatz zu kulturell gezogenen und gepflegten Pflanzen wachsen sie aus eigener Kraft, häufig gar gegen den Widerstand der Menschen, und sind somit viel kraftvoller, und perfekt an ihre Umgebung angepasst. Diese Kraft, und alles was es braucht, um in der Gegend, in der du lebst, gesund zu bleiben: das geben die Wildpflanzen, die du isst, an dich weiter.

Grün goldene Milch

Goldene Milch. Oder: Durch den Herbst balancieren

Es ist Herbst. Die Bäume tragen ihre buntesten Blätter … und lassen sie eins nach dem anderen los. Sie wissen, dass sie nur wachsen können, wenn sie sich ausruhen.

Alljährlich im Herbst finde ich zurück zum Ayurveda, zu Gewürzen – und zur köstlichen Goldenen Milch, Kurkuma-Milch. Rezepte dafür gibt es viele, vegane, nicht-vegane – ich verrate dir hier heute meines. Roh & vegan. Doch zuvor – ein paar Gedanken zum Herbst, und warum gerade diese Jahreszeit so stark an meinem (& vielleicht auch an deinem) Gleichgewicht ruckelt.

Bananen-Kakao-Melisse-Pralinen

Grünzeug: Melisse

Manches, was hier in Portugal so wild wächst, ist auch in der Welt der Heilpflanzen bekannt & wird anderenorts speziell dafür angebaut. Wie z. B. die Zitronenmelisse. Mir schmeckt sie wunderbar, z. B. zu Banane

Bananen-Kakao-Melisse-Pralinen

… auch ohne, dass ich bisher von ihrer im Folgenden beschriebenen Wirkung wusste.

Sicher eine Pflanze, die „einfach“ zu essen ist für all die, die sich mit dem Grün in ihrer Ernährung gerade erst anfreunden, denn sie schmeckt leicht aromatisch und recht mild. Mit ihrer beschriebenen Wirkung ist sie sicher gut geeignet für dich, wenn du auch hochsensibel bist – probier doch einfach mal. Ein Blättchen, einzeln, für sich. Damit du auch wirklich spüren kannst, ob sie dir schmeckt. Denn wenn das so ist, ist sie sicher gut für dich. Wenn nicht – lass es einfach erstmal sein & probier es in ein paar Wochen noch einmal. Nicht alles aus dem Bereich der Natur, was ist grün ist & allgemein als „gesund“ gilt, ist gut & passend für jede*n zu jedem Zeitpunkt. Anders als bei verarbeiteter Nahrung jedoch (bei der ich bei Nicht-Mögen sicher nicht empfehlen würde, es später erneut zu probieren 😉 ), musst & sollst du dich nach vielen Jahren mehr oder weniger denaturierter Nahrung zunächst wieder an die natürlichen, echten Geschmäcker gewöhnen.

„Wesen der Pflanze: Besänftigung, Weichheit, Milde
Man könnte die Zitronenmelisse als Essenz aus der Summe vieler Heilpflanzen bezeichnen. Das Individuelle, das eine Heilpflanze auszeichnet und das in der Therapie eigentlich erwünscht ist, hat sich bei der Melisse weitestgehend verflüchtigt. Zurückgeblieben ist ein unglaublich sanftes, allheilendes Wesen. Die Melisse ist eine Heilpflanze, die uns mit tiefer Dankbarkeit und Ruhe erfüllt. Ihr Wesen entspricht einer sanften, liebkosenden Berührung, es schenkt entspannte Ruhe, wenn Nervosität und Anspannung zu Magen-Darm-Störungen oder Herzbeschwerden führen.
Die Melisse gehört zum Menschen, der wie „die Prinzessin auf der Erbse“ die kleinsten Unannehmlichkeiten des Lebens als hart und störend empfindet. Ein grosses Harmoniebedürfnis zeichnet ihn aus. Er liebt alles Schöne, Zarte, Ebenmässige, Liebliche. Bereits kleine Unpässlichkeiten trüben sein lebensgefühl, und er braucht viel Zuwendung. Die Melisse wendet sich ihm zu, sie versinnbildlicht das helfende Prinzip. Einschlafschwierigkeiten, Verdauungsprobleme, nervöse Unruhe und leichte Herzbewschwerden – da wo das Harmoniebedürnis gestört ist – werden mit Melissentinktur erfolgreich behandelt.
Sie hat eine völlig milde, sanfte Wirkungsart und ist nie aggressiv. Sie kann problemlos auch über längere Zeit genommen werden.

Anwendungsgebiete: Alles im Bereich der Nerven, des Herzens, Verdauung, Herpes, gutes Kindermittel“

Quelle: Buch „Pflanzliche Urtinkturen-Wesen und Anwendung“

Feigen

Am Wegesrand in Nordspanien

Das Leben (& unsere Reise) bleibt lebendig & spannend! 🙂 Momentan verbringen wir – ungeplanterweise – einige Tage in Nordspanien. An der Grenze von La Rioja und dem Baskenland. Ebenfalls eine landschaftlich recht schöne Gegend, mit vielen hübschen Altstädtchen. Tagsüber ist es auch hier noch sehr heiss, doch die Nächte werden allmählich kühler.

Wohnen dürfen wir mit unserem Zelt im Garten einer sehr lieben, hilfsbereiten und kinderreichen Freilernerfamilie – viel Leben um uns also den ganzen Tag. Und wiederum viel Gesellschaft für die Tochter.

Essenstechnisch versorgt haben wir uns auch hier auf einem Bauernmarkt am Wochenende und in den umliegenden Fruterias; sogar einen von der Tochter heiss ersehnten Rohkostriegel haben wir in einem Bioladen in der nächsten größeren Stadt gefunden. Insgesamt ist das Fertig-Rohkost-Angebot hier jedoch in den Läden noch sehr begrenzt, ebenso offenbar das Wissen darüber.

Dafür finde ich hier zu meiner Freude Wildkräuter am Wegesrand 🙂 … und andere schöne Dinge, für die wir allerdings einige Wochen zu früh dran sind:

Wegwarte
Wegwarte

Winde
Winde

Brombeeren
Brombeeren

Feigen
Feigen

Trauben
Trauben

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Reise-Impressionen I

Etwas verspätet, möchte ich jetzt endlich ein paar Eindrücke unserer bisherigen Reise mit dir teilen. Nach einer ruhigen Überfahrt mit der Fähre von Teneriffa aufs Festland haben wir eine paradiesische Zeit in Portugal verbracht. Mitten im Nirgendwo, im Campo, wie es dort heisst. Fernab von Ortschaften, Straßen, vielen Menschen. Einfaches Leben, das überwiegend draußen stattfindet … inklusive Duschen unter freiem Himmel, bzw., weil einige Tage lang der Generator zum Antreiben der Pumpe, die Wasser aus dem Brunnen in den Tank pumpen sollte, ausfiel: gegenseitiges Duschen mithilfe einer Gießkanne mit frisch aus dem Brunnen hochgezogenem Wasser – herrlich! 🙂 Etwas anstrengender war das Bewässern des Gartens auf diese Art, doch auch die harte Arbeit lässt sich genießen.

Inmitten eines wilden, paradiesischen Gartens und Unmengen von herrlichen, wildwachsenden Früchten aus der uns so reichlich versorgenden Natur um uns herum: Brombeeren, Trauben, Feigen, Äpfel, Birnen … alles reif und frisch vom Baum bzw. Busch. Wildkräuter!!! Und Sonne satt! Was braucht es mehr zum Glücklichsein? In solcher Umgebung, ohne Computer etc, lässt es sich so wunderbar einfach SEIN, im HIER und JETZT.

DANKE für die herrlichen Tage dort, die mich, in mehr als einer Hinsicht, daran erinnert haben, was ich WIRKLICH will.

Frische Goji-Beeren ... yummy!
Frische Goji-Beeren … yummy!

Herrlich reife, süße, konzentrierte Brombeeren
Herrlich reife, süße, konzentrierte Brombeeren

Trauben, sonnengereift
Trauben, sonnengereift

Mein Favorit: Melde. Sooo lecker!
Mein Favorit: Melde. Sooo lecker!

Beinwell
Beinwell

Feigen gibt es hier auch, allerdings waren noch nicht viele reif.
Feigen gibt es hier auch, allerdings waren noch nicht viele reif.

Auch die Äpfel brauchen noch ein Weilchen
Auch die Äpfel brauchen noch ein Weilchen

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Grüne Smoothies

Meistens mag ich mein Essen ja lieber „am Stück“ … also eine Hand voll Blätter, eine Hand voll Obst und dann einfach so essen.

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In den letzten Wochen hab ich, bedingt durch meinen Jieper nach Grünzeug, insbesondere Wildkräutern, den ich hier zu dieser Jahreszeit absolut nicht befriedigen kann, angefangen, grüne Smoothies zu trinken. Fast täglich, manchmal sogar zwei am Tag.

Was das mit dem Wildkräuter-Mangel zu tun hat? Nun, in Wildkräutern sind viel mehr Vitalstoffe, vor allem Mineralien, enthalten als in sämtlichem kaufbaren Kulturgrün (Salat, Spinat, Küchenkräuter etc.). Und mein Körper (deiner auch!) braucht diese Mineralstoffe! Sicher, auch Früchte und Gemüse enthalten Mineralstoffe. Theoretisch. Jedoch ebenfalls längst nicht so viele wie wildwachsende Pflanzen. Die Gründe dafür hängen mit Anbaumethoden, Zucht, ausgelaugten Böden … zusammen.

Seit Monaten ist das einzige einigermaßen wilde Grün, das ich bekommen kann, Löwenzahn. Der wird auf dem Bio-Stand auf dem Markt verkauft. Borretsch auch ab und zu. Doch selbst mit diesen beiden dazu kann ich ohne eine gewisse Vielfalt echter Wildkräuter gar nicht so viel Grün essen, wie mein Körper verlangt. Im Smoothie verarbeitet gelingt das eher.

Aber. Ja, da kommt ein Aber. Denn – wie ich eigentlich schon wusste – sind Smoothies zumindestens für mich nicht die wirkliche Lösung. Was nicht am Geschmack liegt: Meine Smoothies schmecken mir total gut. Und ich ergänze sie am liebsten mit einem Teil unvermixter Zutaten, damit ich auch ein bisschen zu kauen habe. Sogenannte Smoothie-Bowls. Oder so wie hier auf dem Foto zu sehen:

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Der Vorteil: ich bekomme mehr Mineralstoffe.
Der Nachteil: ich esse, rein volumenmäßig, größere Mengen als ich normalerweise bewältigen könnte.

Meine Smoothies sind sehr einfach, sie bestehen nur aus jeweils zwei Zutaten: eine Sorte Obst, eine Sorte Grün. Okay, gelegentlich kommt noch etwas Ingwer dazu. Mehr nicht. Smoothies aus vielerlei Zutaten brauche ich gar nicht erst ausprobieren; da weiss ich schon, dass es in meinem Bauch nach kurzer Zeit anfängt zu grummeln. Doch auch solche simplen Smoothies, wie hier zu sehen – meistens Gemüsebanane mit Löwenzahn – füllen meinen Bauch mehr als es gut tut. Was zu einem Blähbauch führt, der sich weder gut anfühlt noch mir gefällt. Also … werd ich die Smoothies wohl wieder aus dem Programm streichen. Oder zumindestens nur noch ganz gelegentlich trinken.

Dank unserer Reisepläne wird sich das demnächst ja ohnehin von alleine ergeben – unterwegs hol ich den Vitamix sicher nicht ständig aus dem Gepäck 😉

Magst du gern (grüne) Smoothies? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

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Smoothie aus 2 Handvoll Löwenzahn, 2 kleinen Bananen und etwas Wasser.

Bitter und gesund

Bei den meisten Menschen spontan nicht soooo beliebt ist der bittere Geschmack. Wie zum Beispiel der vom Löwenzahn. Etwas weniger stark ausgeprägt ist der auch vorhanden in manchen grünen Blattsalaten (Endivien, Batavia). Auch wenn du dich nicht sofort dafür begeistern kannst: versuche es immer wieder mal und schau, ob du dich nicht mit kleinen Mengen der bitteren grünen Blätter anfreunden kannst. Denn unser Körper braucht Bitterstoffe, sie sind gesund und sollten, zumindestens in kleinen Mengen, einen regelmäßigen Bestandteil deiner Nahrung ausmachen.

Wofür Bitterstoffe wichtig sind

Bitterstoffe fördern den gesamten Verdauungsprozess. Eine gute Verdauung ist die Grundlage für Gesundheit, denn nur mit einer gut funktionierenden Verdauung kann der Körper sich kontinuierlich von Gift- und Schadstoffen reinigen und ist in der Lage, Nährstoffe optimal aufnehmen und verwerten zu können. Andersherum ist eine nicht optimal funktionierende Verdauung der Nährboden für unzählige Krankheiten.

Bitterstoffe stimulieren den Magen, die Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse; sie regen die Produktion von Magensäften, Gallenflüssigkeit und Insulin an und fördern die Entgiftungsfunktion der Leber. Übrigens können Bitterstoffe auch den Heißhunger auf Süßes stoppen: statt immer mehr Süßigkeiten einfach ein paar Blätter Löwenzahn oder Endivie essen, schon verfliegt der Jieper auf das Süße!

Dank der modernen Lebensmittelindustrie wird unser aller Geschmack schon von früh an an süß, salzig und scharf gewöhnt, wohingegen bittere Geschmäcker praktisch nicht mehr vorkommen. Selbst aus den ursprünglich bitter schmeckenden Pflanzen wie Radicchio, Chicoree etc. wurden die Bitterstoffe im Laufe der Jahre immer mehr weggezüchtet.

Angeblich soll der ausgeprägte Widerwillen gegen Bitterstoffe tatsächlich einen großen Bedarf an eben diesen Stoffen signalisieren!!! Obwohl ich sonst absolut überzeugt davon bin, dass unser Geschmackssinn uns zeigt, was wir essen sollten und was nicht, glaube ich doch gleichzeitig, dass es sinnvoll und notwendig ist, sich Schritt für Schritt wieder mit diesem in der modernen Ernährung fehlenden Geschmack anzufreunden. Ich meine damit nicht, dass du dich gegen deinen Willen, gegen deinen Appetit, mit bitteren Blättern vollstopfen sollst. Sondern nur, dass du immer wieder kleine Mengen davon ausprobieren solltest. Beginne mit einem Blatt, esse es zusammen mit einer süßen Frucht. Wiederhole das alle paar Tage, oder täglich, und steigere langsam die Mengen.

Ich mag Löwenzahn mittlerweile sehr gern – manchmal hab ich mehr Appetit darauf, manchmal weniger, je nachdem, was mein Körper gerade so braucht. Zur Zeit mag ich ihn sehr und mache mir gern öfter mal einen Smoothie aus zwei (kleinen) Bananen und ein bis zwei Handvoll großer Löwenzahnblätter! Ein Scheibchen Ingwer mitgemixt schmeckt übrigens noch leckerer!

Smoothie aus 2 Handvoll Löwenzahn, 2 kleinen Bananen und etwas Wasser.
Smoothie aus 2 Handvoll Löwenzahn, 2 kleinen Bananen und etwas Wasser.


Auch Smoothies sind grundsätzlich ein guter Weg, mehr Wildgrün bzw. auch bitteres Grün in deine Ernährung aufzunehmen. Allerdings: bitte nicht große Mengen von bitteren Blättern, die du eigentlich noch gar nicht magst, im Smoothie „verstecken“. Fange auch hier mit kleinen Mengen an, und ändere das Mischungsverhältnis nach und nach, sobald dein Geschmackssinn sich damit angefreundet hat. Du kannst z. B. zunächst ein bis drei Blätter Löwenzahn mit zwei bis drei Bananen vermixen, und nach und nach immer ein bis zwei Blätter mehr dazu geben, sobald du merkst, dass dir der Geschmack mehr zusagt.