Früchte: Sauerkirschen

Ausnahmen

Manchmal scheint es ein Wettbewerb zu sein – 100% Rohkost heisst das Ziel. Ohne „Ausnahmen“. Essen nach festen Regeln, nach strengem Plan. Was ist erlaubt, was verboten. Okay, manche leiden unter schweren Krankheiten & eine ausschliessliche Urkost-Ernährung ist ihre einzige wirkliche Chance – in dem Fall spricht sicher viel dafür, die 100% Rohkost (erstmal) diszipliniert in Form einer strikten Diät zu praktizieren. Aber mir geht es mehr um die vielen anderen, die es aus weniger dramatischen Gründen zur Rohkost zieht.

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Wenn Rohkost nicht gelingt

Dass für mich die Rohkost das Optimum der Ernährungsmöglichkeiten darstellt, brauche ich wohl nicht extra betonen. Eine individuell, mit Achtsamkeit & Gefühl für die eigenen körperlichen & mentalen Bedürfnisse, gestaltete Rohkost.

Immer mal wieder höre ich dennoch von Menschen, denen eine befriedigende Rohkosternährung nicht gelingt. Oder die gar gesundheitliche Probleme durch die Rohkost bekommen. Kann also eine rohköstliche Ernährung, die doch so heilend, energetisierend, wohltuend ist, auch schaden?

Selbstverständlich nicht die Rohkost an sich – es ist nichts Gefährliches an Früchten & Gemüse. Wohl aber das unreflektierte Befolgen von Ratschlägen aus Büchern oder aus dem Internet – häufig einzelne, unvollständige, aus dem Zusammenhang gerissene Tipps. Wer versucht, die Rohkost allein nach der Philosophie „Iss alles, was roh ist & nichts, was nicht roh ist“ zu praktizieren oder blind den Diät-Anleitungen, die auf den individuellen Erfahrungen einer anderen Person basieren, zu folgen, ohne auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu achen, der wird vermutlich über kurz oder lang Probleme bekommen.

Falafeln

Sprossen & Keimlinge

Ich hatte in den letzten Wochen endlich mal wieder Zeit zum lesen & bin nun, inspiriert durch die Lektüre, bissel in Experimentierlaune. Z. Zt. versuche ich, mehr Keimlinge in unserer Ernährung unterzubringen. Biogene Nahrung. Darüber hatte ich hier kürzlich was geschrieben. Meine Lust am Zubereiten ist allerdings mäßig & mein Appetit auf Zubereitetes gering wie immer … glücklicherweise lassen sich Sprossen ja auch einfach so essen – als Beilage zu Obst oder Gemüse, oder auch mal als Wrap in großen grünen Blätter (Löwenzahn z. B., da haben die Blätter jetzt fast schon „Familienpackungs“-Größe).

Woher bekommst du dein Protein?

Kennt ihr sie auch, die besorgten Fragen, wenn jemand von eurer roh-veganen Ernährungsweise erfährt? Angefangen bei „Aber was isst du bloß, wovon wirst du satt, nur roh – reicht das denn?“ (mögliche Antworten darauf spare ich mir an dieser Stelle mal … obwohl eine Sammlung der schönsten Antworten auf derartige Fragen ja auch mal lustig wäre. Schickt mir doch mal eure Lieblingsantworten!) bis hin zu gezielten Fragen nach bestimmten Nährstoffen. Sehr beliebt ist da „Aber woher bekommst du genug Protein?“.

Microgreens

Roh – warum eigentlich?

Aus dem „Friedensevangelium der Essener“: „Tötet weder Mensch noch Tier, noch die Nahrung, die euer Mund aufnimmt. Denn wenn ihr lebendige Nahrung eßt, wird sie euch beleben, aber wenn ihr eure Nahrung tötet, wird euch die tote Nahrung ebenfalls töten. Denn Leben kommt nur von Leben, und vom Tod kommt immer nur Tod. Denn alles, was eure Nahrung tötet, tötet auch euren Körper. Und alles, was eure Körper tötet, tötet auch eure Seelen. … Eßt darum nichts, was Feuer oder Frost oder Wasser zerstört hat. Denn gekochte, erfrorene und verfaulte Nahrung wird euren Körper ebenso verbrennen, erfrieren und verfaulen lassen.“

Alle unsere Lebensprozesse hängen von Enzymfunktionen ab. Nach Dr. Howell entspricht die Menge von Enzymen in unserem System unserer Lebensenergie & zeigt somit unseren Gesundheitszustand. Rohe, naturbelassene Lebensmittel enthalten eine Fülle der Enzyme, die für ihre Verdauung notwendig sind. Beim Kochen werden diese Enzyme zerstört. Beim Essen roher Nahrung werden also weniger unserer körpereigenen Enzyme für die Verdauung benötigt & stehen unserem Körper daher für andere Prozesse zur Verfügung. Beispielsweise zur Heilung von Verletzungen oder Krankheiten. Außerdem erhalten wir so eine ständige Zufuhr von Enzymen in unser System & steigern unsere Enzymenergie.

Lichte Nahrung

Ein anderes Ernährungsparadigma

In seinem Buch „Ganzheitliche Ernährung und ihre spirituelle Dimension“ beschreibt Gabriel Cousens eine ganz andere Sichtweise auf unseren Stoffwechsel als den herkömmlichen materialistischen Ansatz, der Nahrungsenergie in Kalorien misst; Nahrungsmittel in Proteine, Fette, Kohlehydrate, Vitalstoffe aufsplittet. Sie als rein materielle Substanz betrachtet & vom „Gesetz der Erhaltung von Materie und Energie“ ausgeht; also davon, dass soviel Energie (Kalorien) wie verbraucht wird, auch zugeführt werden muss.

Essen, „Nahrungsaufnahme, stellt eine Schnittstelle zwischen uns und unserer physischen Umgebung dar. Die Assimilation von Nahrung ist eine unserer Möglichkeiten, Energie aus der Umgebung aufzunehmen.“

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Sparsame Rohkost

Auf den ersten Blick mag eine rohköstliche Ernährung sehr teuer erscheinen. Frisch aus den Tropen eingeflogene Ananas oder Mango für über 8 EUR/kg, oder Mandelmus in Rohkostqualität: fast 14 EUR für nicht mal ein halbes Pfund. Da kommen dann schnell Argumente wie „diese Ernährungsform ist nur für Reiche; ich kann mir das nicht leisten.“ Aber lasst euch nicht abschrecken – es geht auch anders!

Zunächst mal ist es eine Frage des Blickwinkels: Vergleiche nicht die Menge auf deinem Teller, die du für dasselbe Geld bekommst. Sondern den Nährwert, die Lebenskraft, die dein Körper durch die Nahrung erhält. Auch wenn es für manche schwer zu verstehen sein mag, wieso es für den Preis eines Happy Meal nur 3 Bio-Äpfel oder 1 Mango gibt: Mit frischen, rohen Früchten kaufst du dir Nahrung, die dich weder verschlackt noch dick macht oder Hautprobleme verursacht. Von vorzeitiger Alterung und degenerativen Erkrankungen ganz zu schweigen. Im Gegenteil – du nährst deinen Körper tatsächlich. Gibst ihm Kraft & Energie & hilfst ihm, die – vergangenen & gegenwärtigen – Belastungen durch Schadstoffe, Stress und anderes, in unserem naturfernen Umfeld Unvermeidliches, zu bewältigen. Das ist unbezahlbar!